Vor einigen Wochen berichtete ich ausführlich über den legalen deutschen Musik-Streamingdienst Simfy.de! Obwohl ich von Simfy begeistert war, entschied ich mich aufgrund des geringen Angebots gegen das Premium-Abo. Stattdessen habe ich mir nun einmal Spotify angeschaut, dass quasi das ausländische Vorbild von Simfy ist. Ähnlich wie Simfy gibt es Spotify in mehreren Tarif-Modellen.

So lässt sich nach der Accounterstellung das kostenlose Open Spotify nutzen. Mit diesem Dienst könnt ihr in der Desktop-App, auf die komplette Spotify Datenbank zugreifen und monatlich bis zu 20 Stunden Musik hören. Ab und an wird jedoch ein akustischer Werbeclip abgespielt. Eine aktive Internetverbindung ist für Open Spotify ebenfalls notwendig. Wer mehr investieren möchte, entscheidet sich für den Premium-Account. Für 10 Pfund lassen sich damit Playlisten (für bis zu 30 Tage) Offline schalten und Werbeeinblendungen sowie Zeitlimits verschwinden.
Sowohl der Desktop-Client (PC und OSX) als auch die iPhone App machen einen sehr guten Eindruck. Der Client erinnert dabei stark an ein dunkles iTunes. Während sich am linken Seitenrand die Playlisten, Such- und Radio-Funktion befindet, sieht man die Inhalte im Hauptfenster. Sehr interessant ist auch die Möglichkeit, eigene Songs von der Festplatte in Spotify zu importieren. Falls Song XYZ nicht in der Spotify Datenbank vorhanden ist (aber auf der eigenen Festplatte liegt), kann man diesen importieren. Wird die Playlist dann Online zugänglich gemacht, sehen andere zwar den Titel, können diesen jedoch nicht abspielen. Ein Künstler-Radio, Biographien, Facebook Integration, Last-FM-Scrobbler und diverse Toplisten runden den Desktop-Client ab.
Die iPhone App scheint von der gleichen Firma entwickelt worden zu sein, die auch für die Simfy App verantwortlich war. Bis auf die Farbe unterscheiden sich beide Apps optisch nur minimal. Bei den Funktionen hat Spotify jedoch erneut die Nase vorne. So kann man auf die neusten Veröffentlichungen zugreifen, Titel scrobbeln, Playlisten anlegen oder seine Musik dank iOS 4 Support im Hintergrund abspielen. Das Multitasking-Update aus der letzten Woche, hat die App defintiv auf ein neues Level gehoben. Natürlich lassen sich Playlisten auch hier Offline schalten, damit man diese unterwegs ohne Internetverbindung nutzen kann. Für mich primär im Auto sehr interessant.

Was den Dienst in meinen Augen aber besonders interessant macht, ist das “Sharing” Feature. So kann ich Playlisten erstellen und diese Online verfügbar machen. Diese Playlisten können dann kostenfrei abonniert werden. So hat z.B. Sascha vom Sablog eine umfangreiche Playlist mit TV-Themes erstellt. Mit einem Klick hatte ich diese abonniert und auf meinem Rechner.
Vergleicht man den deutschen Klon Simfy mit dem Original Spotify, kann man bei Simfy nur beschämt zur Seite schauen. Für deutsche Kunden kann man deshalb nur hoffen, dass bald eine Einigung mit den hiesigen Behörden getroffen wird. Momentan lässt sich der Spotify-Account nämlich nur mit einer englischen IP-Adresse anlegen. BlackVPN hilft da glücklicherweise. Nach der einmaligen Aktivierung wird die IP scheinbar nicht mehr abgefragt.
Der Dienst hat im Grunde genommen das geschafft, was ich bei Simfy schon geahnt habe. Mein Nutzerverhalten hat sich komplett geändert. Müsste ich meine iOS Geräte und Podcasts nicht syncen, würde iTunes kaum noch genutzt werden. Das innerhalb eines Monats. Man fühlt sich schon fast schmutzig, wenn man von Spotify zu iTunes zurückgeht. iTunes ist quasi die alte Liebe und Spotify die heiße neue Geliebte.
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