Ersteindruck zum Simfy Desktop Client
Es ist fast einen Monat her, dass der Streaming-Dienst Simfy in Deutschland gestartet ist. Wie ich damals schon berichtete, gefiel mir der Service sehr gut. Das große Problem war jedoch die Tatsache, dass es keinen Desktop-Client gab. Das hat sich am Wochenende glücklicherweise geändert. Mit dem Desktop-Client, der in Version 0.90 für Windows, Mac und Linux verfügbar ist, muss der Kunde zukünftig nicht mehr die Homepage von SimFy besuchen. Die über Adobe Air betriebene Software lässt Kunden ihre Musik hören, Playlisten erstellen, Songs suchen oder auch Künstler-Radios starten.
Die Software lief während meiner Testphase in den letzten Tagen sehr stabil. Die erstellten Playlisten wurden innerhalb von wenigen Minuten vom Desktop-Client an den Simfy-Server übertragen und waren dann auch per iPhone-App abrufbar. Die integrierte Suchfunktion fand zudem schnell den gesuchten Interpreten. Ist das gewünschte Lied oder Album gefunden, lässt sich dieses per Drag & Drop in eine beliebige Playlist ziehen. Optisch macht der Client ebenfalls einen guten Eindruck. Er sieht zwar nicht nach OSX aus, doch dank TweetDeck habe ich mit an den Look von Air-Anwendungen gewöhnt.

Gestört haben mich jedoch zahlreiche kleine Dinge. So wollte ich eine Playlist für das neue Fanta 4 Album erstellen und wurde bei der Tastenkombination Shift + F immer auf die FAQ-Seite im Browser weitergeleitet. Es ist mir bis heute nicht gelungen, diese Tastenkombination im Client zu nutzen. Die Suchfunktion ist ebenfalls stark überarbeitungswürdig. Alle Treffer werden in einer endlosen Liste wild durchgewürfelt. Ich kann zwar selbstständig die Sortierungskriterien ändern oder zur Künstlerseite mit allen Alben springen, jedoch darf das keine Endlösung sein.
Ebenfalls vermisst man eine echte Hauptseite, wie man sie in anderen Shops wie z.B. iTunes findet. Es gibt zwar einen Home-Button, der jedoch nur auf die aktuellen Neuveröffentlichungen verweist. Dahingehend würde ich mir ein iTunes ähnliches System wünschen, wo ich die neusten Veröffentlichungen nach Genre sortiert angezeigt bekomme. Es gibt zwar Künstlerseiten, die jedoch (noch) nicht über die “Home”-Seite anwählbar sind. Zudem sind diese Künstlerseiten auch weit vom Begriff “schön” entfernt.
Desweiteren wäre ein Offline-Modus, wie in der iPhone-App wünschenswert. Wenn ich immer eine Internetverbindung benötige um meine Musik zu hören, ist das in meinen Augen nicht tragbar. In der iPhone-App kann ich Playlisten temporär in den Offline-Modus schalten, damit ich unterwegs keine ständige Internetverbindung benötige. Genau solch eine Funktion muss in den Desktop-Client eingebaut werden.
Wer den Dienst im letzten Monat ausprobiert hat, sollte seinen Mail-Account einmal überprüfen. Simfy schaltet alte Accounts für eine unverbindliche 14-tägige Premium-Testphase frei. Aus diesem Grund habe ich mir den Simfy auch noch einmal angeschaut. Wenn das Angebot nun weiterwächst und Spotify seinen Weg nicht nach Deutschland findet, dürfte Simfy für mich eine interessante Wahl werden. Dafür müssen aber die teilweise gravierenden Mängel im Desktop-Client behoben werden. Gerade der Offline-Modus ist für mich entscheidend. Wer auf seine Musik in physikalischer Form verzichten kann, wird in Simfy mit Sicherheit einen attraktiven Service gefunden haben.

Ich gebe Dir Recht, dass noch einige Mängel behoben werden müssen, aber ich finde die Desktop-App von simfy trotzdem sehr praktisch. Gerade die Playlists lassen sich doch noch viel komfortabler verwalten als auf der Website. Mein Fazit: Fast alles top, der Rest wird schon noch. Ich werde bis auf Weiteres für den Premium-Account zahlen.
Geile Playlist!!! Mich hast Du mit “Wayward Son” schon überzeugt.
Freit mich das Dir die Playlist gefällt. Werde die sicherlich mal ausbauen, wenn Simfy wirklich weiter die Datenbank ausbaut. Momentan lohnt es sich für mich noch nicht von Spotify komplett auf Simfy umzusteigen, weil das Angebot im direkten Vergleich eher klein ist.