Obwohl das Entwickler-Studio Ngmoco erst seit zwei Jahren besteht, dominiert das Unternehmen in den letzten Monaten regelmässig den App-Store. Dabei setzt man auf kostenfreie Titel, die sich lediglich über In-App-Verkäufe finanzieren. Das erste Spiel mit diesem Prinzip war Eliminate Pro, dicht gefolgt von Touch Pets: Dogs und WeRule. Neu hinzugekommen ist vor einigen Tagen GodFinger.
Was GodFinger mit WeRule gemeinsam hat, ist die Rolle des Spielers. Erneut schlüpft man in eine göttliche Position und übernimmt die Führung über einen Planeten und dessen Bewohner. Da diese ohne Anleitung des Spielers kopflos durch die Gegend laufen, gibt man ihnen Aufgaben. So setzt man die Anhänger zum Bau von Häusern oder Farmen ein, wodurch diese Geld erwirtschaften. Sobald die Bewohner ihre Arbeit begonnen haben, muss der Spieler eine gewisse Zeit warten. Je nach Gebäude kann das wenige Minuten aber auch viele Stunden dauern. Sobald die Arbeit erledigt ist, wird der Spieler per Push-Nachricht darüber informiert.
Damit eure Bewohner zu begeisterten Anhängern werden, müsst ihr diese mit göttlichen Fähigkeiten beeindrucken. Wenn ihr die Arbeiter z.B. auf den Bauernhof geschickt habt, solltet ihr auf eine Wolke tippen, damit der Regen die Felder wässert. Nur so können die Früchte wachsen. Mit jeder vollbrachten Tat wächst euer EP-Balken. Je höher der Level, desto größer wird der Planet. Mit jedem neuen Level, besuchen weitere Bewohner eure Welt. Falls ihr diese durch göttlichen Fähigkeiten beeindrucken könnt, werden sie langfristige Bewohner. Natürlich könnt ihr den Planeten auch nach eurem Vorbild verändern, indem ihr das Land transformiert.
Nach und nach entsteht durch die gemeinschaftliche Arbeit von euch und euren Bewohnern ein belebter Planet, dessen Bewohner individuelle Bedürfnisse haben.

Ich habe GodFinger auf dem iPad, iPhone 4 und auch iPhone 3G ausprobiert. Auf dem 3G ist das Spiel eher anstrengend, da der nötige Arbeitsspeicher fehlt. Es läuft sehr zäh, was auf den größeren Plattformen zum Glück nicht der Fall ist. Am besten läuft die iPhone 4 Version, selbst wenn ich die iPad-Version aufgrund der Bildschirmgröße bevorzuge.
Wie schon in anderen Ngmoco Titeln, lebt GodFinger vom Plus-Netzwerk. Zoomt ihr aus eurem Planeten heraus, seht ihr die Planeten eurer Freunde. Diese Planeten könnt ihr natürlich auch besuchen und deren Bewohner inspirieren. Dadurch erhalten eure Freunde im Spiel mehr Geld. GodFinger sticht damit natürlich in die Sparte der sozialen Spiele. Ohne Freunde kommt ihr zwar weiter, jedoch geht es mit Freunden deutlich schneller. Zudem könnt ihr die Bewohner eures Planeten, nach den Freunden im Plus-Netzwerk benennen. Dadurch entsteht eine gewisse Bindung zu einzelnen Spielfiguren.
Leider fehlt in meinen Augen der langfristige Spielspaß. Es wurden zwar Ziele eingebaut, die jedoch nicht langfristig motivieren. Stattdessen dienen sie eher als erweitertes Tutorial. Zudem wäre es schön, wenn die Bewohner lernfähig wären. Ohne Hilfe laufen sie planlos durch die Gegend. Hier würde ich mir ein wenig Intelligenz wünschen. Dadurch das die Bewohner so unselbstständig sind, muss man nahezu alle 20 Minuten in das Spiel zurückkehren.

Fazit: GodFinger ist ein schön gemachter Titel, der in meinen Augen jedoch kaum Langzeitmotivation mitbringt. Der Spielablauf wiederholt sich relativ schnell, was dahingehend nicht förderlich ist. Optisch kann der Titel jedoch komplett überzeugen. Leider hilft eine schöne Optik nicht, wenn es um Spielspaß geht. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der Titel gerade die Leute anspricht, denen WeRule oder auch Farmville gut gefällt.
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